Spielweg Nachfolge ist weiblich

Frauenpower im „Romantik Hotel Spielweg“

Das angeblich schwache Geschlecht wird in den Führungsetagen des deutschen Mittelstands immer präsenter: Laut Institut für Mittelstandsforschung wird inzwischen jeder fünfte Betrieb von einer Frau geleitet. Diese positive Entwicklung könnte sich auch im gastronomischen Sektor fortsetzen: In den nächsten Jahren stehen allein im Gastgewerbe etwa 4.000 Betriebsübergaben an. Wir haben zum Thema „Nachfolge ist weiblich“ zwei Schwestern befragt, die gerade den Betrieb der Eltern übernommen haben.

Übernahme eines Traditionsunternehmens

Im Jahr 2017 haben Viktoria und Kristin Fuchs das Romantik Hotel Spielweg im Schwarzwald von ihren Eltern übernommen. Beachtlich: Sie sind das erste weibliche Führungsduo in der Unternehmensgeschichte. Da der Betrieb seit 1891 existiert, ist das somit eine kleine Sensation.

Nachfolge ist weiblich

Weibliche Nachfolge

Die Fuchs-Schwestern: Victoria (links), Kristin (rechts). Bild: Romantik Hotel

Bei Kristin Fuchs hätte schon immer eine grobe Richtung festgestanden, wie sie uns in einem Interview verriet. Schon früh sei ihr klar gewesen, dass sie in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie Fuß fassen möchte. Die Leidenschaft dazu packte sie während eines Work-and-Travel-Aufenthalts in den kanadischen Rocky Mountains. Dort jobbte sie in einem Restaurant in Banff und wusste dann ziemlich schnell, dass der Kontakt zu den Gästen in Kombination mit dem positiven Stress ihr Spaß macht. In Deutschland studierte sie dann, um auch den betriebswirtschaftlichen Hintergrund kennenzulernen. Victoria Fuchs hingegen, wusste schon als Kind, dass sie ihre Kreativität in der Küche austoben möchte. Schon früh war sie fasziniert von der Arbeit mit einzigartigen Produkten und kulinarischen Köstlichkeiten.
So legten die Schwestern beide schon in jungen Jahren den Grundstein für eine spätere gemeinsame Übernahme des Familienbetriebs. Von den Eltern seien die Fuchs-Kinder aber nie gezwungen worden, wie Kristin Fuchs betont. Drei Jahre dauerte anschließend die Einarbeitungsphase durch die Eltern, denn die Übergabe sollte nicht ad hoc passieren.

Warum sind Frauen die bessere Nachfolge?

Somit war klar, dass nach fünf Generationen ein Umschwung stattfinden und die weiblichen Nachkommen das Ruder in die Hand nehmen würden. Außerdem ist Kristin Fuchs der Überzeugung, dass ein Quäntchen Pragmatismus für den Beruf wichtig ist. Hier hätten Frauen die Nase vorn. Männer nähmen sich oftmals zu viel vor, legten eher Wert auf Statussymbole. Die Fuchs-Mädels hingegen pflegen eher die Bodenständigkeit, gehen gerne Wandern und Spazieren und legen keinen Wert auf Autos oder andere Prestige-Objekte.

Drei Generationen weibliche Nachfolge

Drei Fuchs-Generationen vereint: Vater, Töchter, Mutter und Großmutter. Bild: Romantik Hotel

Wie sieht die Zukunft aus?

Auch für die Zukunft haben die Fuchs-Schwestern bereits große Pläne: Es stehen große Umbaumaßnahmen im Stammhaus an – Verlegung der Wäscherei, Neubau der Toiletten und einer Lounge, Umbau der Rezeption. All diese Maßnahmen werden die beiden in den nächsten zwei Jahren im laufenden Betrieb umsetzen. Außerdem wird sich auch im Digitalen einiges ändern: Eine neue Homepage geht in Kürze online. Außerdem ist eine Reiseführer-App geplant, die auch als digitale Gästemappe funktioniert. Und vielleicht wird es in ein paar Jahren ein Rahmenprogramm für die Gäste mit einem Dreiklang aus Sport, Wandern und Kulinarik geben. Langweilig wird es im Fuchs-Betrieb also auf absehbare Zeit nicht werden.

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